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Übergangsphase
(2.—3. Woche)
Jetzt öffnen sich die Lidspalten und die äußeren Gehörgänge, sehen
kann der Welpe aber noch nichts.
Erst mit der dem 17. oder 18. Lebenstag
entwickelt sich die Sehfähigkeit.
Dasselbe trifft für das Gehör zu. Hat
der Welpe vorher fast ausschließlich getrunken und geschlafen nimmt er
nun seine Wurfgeschwister und die unmittelbare Umgebung aktiv wahr.
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Prägungsphase
(4.—8. Woche)
Augen, Nase und Ohren sind nun voll entwickelt. In dieser Zeit lernt
der Welpe im Idealfall mit ganz unterschiedlichen Eindrücken (Menschen,
Geräuschen, optischen Eindrücken etc.) umzugehen.
Er nimmt seine Umfeld
bewusst wahr und lernt seine Sozialpartner kennen. Im Spiel mit seinen
Wurfgeschwistern lernt er seinen sozialen Rang zu finden und sich und
die anderen auszutesten.
In dieser Zeit wird seine Persönlichkeit und
sein Temperament geprägt. Wird in dieser zeit ein Welpe isoliert
gehalten und mit keinerlei Eindrücken bzw. Sozialpartnern zusammen
gebracht, kommt es mit größer Wahrscheinlich später zu
Sozialisierungsproblemen die man nur noch schwer aufarbeiten kann.
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Sozialisierungsphase (8.—12. Woche)
Der Welpe beginnt, seine Umwelt zu entdecken und sich in die
Rangordnung einzufügen. Alles war er jetzt lernt, lernt er sozusagen
fürs Leben. Im Rudel wird der Welpe jetzt vom Rüden erzogen und genau
diese Aufgabe müssen wir nun übernehmen. Ist der Welpe auch noch so
süß...es ist in dieser Zeit absolut notwendig dem Welpen liebevoll aber
auch konsequent seine Grenzen aufzuzeigen. Die große Neugier,
aufgeschlossen- und Lernfähigkeit der Welpen sollten wir uns dabei
unbedingt zu nutzen machen. Der Kontakt zu anderen Welpen, Menschen aber
auch neuen Geräuschen, unterschiedlichen Bodenbelägen, anderen Tieren
etc. ist unerlässlich.
Diese Zeit ist die wichtigste Zeit für
uns und den Welpen.
Alle in dieser Zeit, durch falsche Behandlung erfahrenen
Unsicherheiten und Ängste sind nach dieser Phase kaum mehr rückgängig zu
machen und wirken in der Hundeseele sein ganzes Leben nach.
Hunde haben kein festgelegtes Instinktwesen. Es reicht also nicht
aus, alle angeborenen Verhaltensweisen zu erlernen, um besser mit dem
Hund zurecht zu kommen. Wichtig ist es die altersbedingten, angeborenen
Lernfähigkeiten genau zu analysieren, sein Verhalten zu den Eltern zu
beobachten. Gerade das Verhältnis Vater-Rüde und Welpen (der Vater-Rüde
übernimmt einen großen Teil der Erziehung) und gibt uns viel Aufschluss
darüber, wie sich die Interaktionen zwischen dem Vater-Rüden und dem
Welpen in den einzelnen Lebensphasen gestaltet und wie sich dadurch die
Hundepersönlichkeit aufbaut.
Das Wissen um die Sozialentwicklung der Hunde und das diese lernen
müssen, erleichtert uns den Umgang und dessen Erziehung.
Weite und Umfang der sozialen Partnerschaft zwischen Mensch und Hund
werden eben jetzt in der Sozialisierungsphase unwiderruflich geprägt und
wirken für alle weitere Zukunft auf fast alle Eigenschaften des Hundes
ein.
Die vorgebliche »Wesensschwäche« so vieler Hunde beruht häufig genug
auf Erziehungsfehlern in der Sozialisierungsphase, in der zumeist viel
zuwenig mit dem Hund gespielt, dafür um so mehr »dressiert« wird. Manche
Menschen halten sich für verhinderte Löwenbändiger und den Hund für
einen wilden, reißenden Wolf, wobei sie gleich zwei Denkfehler begehen.
Erstens ist ein Raubtierdompteur längst kein Tierbändiger mehr, der
die »wilde Bestie« unter seinen eisernen Willen zwingt, sondern ein
feinfühliger Tierfreund, der weiß, dass er die größten Leistungen nur
dann erwarten kann, wenn die großen Katzen mit Freude bei der Arbeit
sind. Zweitens gibt es keinen »wilden, reißenden« Wolf, sondern nur
freundliche, überaus friedliche Wölfe, die niemandem etwas zuleide tun
wollen, sieht man davon ab, dass sie von der Natur dazu geschaffen
wurden, die Übervermehrung vieler Tierformen ihres Lebensraumes zu
verhindern und dafür deren Bestand durch Beseitigung schwächlicher
Individuen gesund zu erhalten. Für diese Lebensaufgabe haben sie ein
Sozialleben entwickelt, das selbst uns Menschen beispielhaft sein kann
und das sie — zumindest in Form des Hundes — mit uns zu teilen bereit
sind. Wer das verkennt, und wer das nicht gerade in jener Zeit, in der
der Welpe seine sozialen Antriebe verwirklicht und ausbaut, sehr bedacht
fördert, der macht sich dem Hund gegenüber schuldig.
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Rangordnungsphase (13.—16. Woche)
Der Hund nimmt seine Stellung in der Rangordnung ein. Der Rudelführer
Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft.
In dieser Phase ist es
wichtig, das der Welpe seine Grenzen kennt und vom Mensch klare Regeln
erhält
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Rudelordnungsphase (5.— 6. Monat)
In diese Zeit fällt der Gebisswechsel des jungen Hundes. Er ist nun
bestrebt, sich seinen Platz im Rudel zu suchen und seine Position zu
festigen. Der neue Besitzer des Hundes muss dem Hund deutlich
klarmachen, dass die Stellung des Hundes die unterste im "Familienrudel"
ist.
Damit ist für den Hund seine Position geklärt, und er wird sich nun
besonders eng demjenigen anschließen, der für ihn den Rudelführer
symbolisiert, dessen Autorität anerkannt wird.
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Pubertätsphase
(7.—12. Monat)
Der Rüde hebt (in der Regel) erstmalig sein Bein, die Hündin hat die
erste Läufigkeit, Konkurrentinnen werden weg gebissen. In dieser Phase
erlebt man oft regelrechten Trotz bei den Hunden und er scheint alles
bereits erlernte einfach wieder "vergessen" zu haben.
In dieser Zeit
sollte man keinesfalls resignieren, sondern mit liebevoller aber
unnachgiebiger Konsequenz weiter mit dem Hund arbeiten
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Reifungsprozess (12.—18. Monat)
Nun zeigt es sich, ob der Hund die Anleitung erhalten hat, die seine
Entwicklung optimal fördern konnte. Der fortdauernde Bestand der
Lernfreudigkeit und der Bereitschaft zur freundlichen Kontaktaufnahme
mit Mensch und Tier belegen dieses.
Der Hund ist nun psychisch ausgereift und kaum noch zu verändern.
Positive, wie negative Eindrücke und Erfahrungen bestimmen nun sein
weiteres Handeln
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zitiert und übernommen von Eberhard Trumler aus seinem Buch:
“Hunde ernst genommen”,
Piper Verlag,1989, 9.Auflage
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Adoleszensphase (ab
ca. 2 Jahren)
Die Adoleszensphase bringt noch einmal eine
sehr wichtige Entwicklung mit sich.
Sie beginnt mit ca. 2 Jahren, was jedoch auch bei Rasse zu Rasse
unterschiedlich ist. Je stärker das Territorialverhalten beim Hund ist,
umso später wird diese Phase erreicht.
Was bedeutet das für ein Mensch-Hund Rudel? Wenn es sich um einen sehr
dominanten Hund handelt und er in seinem Rudel keine untergeordnete
Position einnimmt, kann es geschehen, dass er sich plötzlich massiv in
die Kindererziehung einmischt.
Oder: Früher hat er nur gespielt mit anderen Hunden, jetzt beißt er sich
mit ihnen.
Plötzlich sind Probleme da, die vorher nicht da waren!
Aber diese Probleme haben sich eigentlich langsam aufgebaut: denn er hat
davor gar nicht gespielt, sondern er hat geübt. Geübt, bis er reif genug
war.
Jetzt ist er reif genug und jetzt kann er das umsetzen. So muss man
Spiel sehen. Aber wir freuen uns, dass unser Hund so toll spielt.
Aber
was geschieht in diesem Spiel? Der andere Hund ist Sparringspartner für
unseren Hund. Natürlich wollte unser Hund den anderen Hund nicht
verletzen, denn dann hätte er nicht weiterüben können